DANNY VAN
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Interaktive Installation · Masterarbeit · 2025

Digital Self

Sprich mit deinem digitalen Ich. Eine Kabine klont dein Gesicht und deine Stimme und lässt dich mit einer jüngeren, gleich alten oder älteren Version von dir reden.

Die Kabine von Digital Self auf der See Conference: außen das Logo, innen Bildschirm und Kamera
Rolle
Konzept, Gestaltung, technische Umsetzung, Aufbau
Kontext
Masterarbeit, Hochschule RheinMain
Werkzeuge
ComfyUI, TouchDesigner, Stable Diffusion, ReActor, F5-TTS, FLOAT
Ausgestellt
See Conference, Wiesbaden · WDC Campus, Museum Angewandte Kunst, Frankfurt

Worum es geht

Über Deepfakes wird fast nur als Gefahr gesprochen. Es geht um Betrug, Fake News und Identitätsdiebstahl. Das stimmt alles, und ich habe mich in der Arbeit ausführlich damit beschäftigt.

Ich wollte trotzdem die andere Seite zeigen. Dieselbe Technik kann etwas Positives auslösen, wenn man sie selbst erlebt. In Digital Self begegnest du dir selbst: so, wie du früher ausgesehen hast, wie du heute aussiehst oder wie du später aussehen könntest.

Jüngere Version auf einem Smartphone
Vergangenheit
Gleich alte Version auf einem Smartphone
Gegenwart
Ältere Version auf einem Smartphone
Zukunft

So läuft es ab

Vor dir stehen ein Bildschirm, eine Kamera, ein Mikrofon und drei Tasten: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

  1. Du drückst eine Taste. Eine Stimme erklärt dir, wie die Installation funktioniert.
  2. Nach einem Countdown von fünf Sekunden macht die Kamera ein Foto von dir.
  3. Du hältst eine Taste gedrückt und sprichst bis zu zehn Sekunden.
  4. Das System erzeugt aus Foto und Stimme ein Video.
  5. Nach 30 bis 80 Sekunden antwortet dir dein digitales Ich. Danach kannst du weitersprechen.

Alle Aufnahmen werden nur vorübergehend gespeichert und am Ende des Tages gelöscht. Darauf weist die Installation gleich zu Beginn hin.

Startbildschirm mit dem Schriftzug digital self und drei Tasten
Startbildschirm
Innenraum der Kabine in türkisem Licht
In der Kabine: Bildschirm, Kamera, Licht
Bildschirm mit Kamera auf einem weißen Sockel
Bildschirm, Kamera und Lautsprecher

Die Technik

Im Hintergrund läuft ComfyUI mit drei eigenen Workflows, einer für jede Altersstufe. TouchDesigner steuert den Ablauf, nimmt Foto und Stimme auf und spielt das fertige Video ab.

  • Foto + Stimme
  • BLIP
  • Stable Diffusion
  • ReActor
  • F5-TTS
  • FLOAT
  • Video
  • BLIP beschreibt das Foto in Worten.
  • Stable Diffusion erzeugt daraus ein Bild in der gewählten Altersstufe.
  • ReActor setzt dein Gesicht in dieses Bild ein.
  • F5-TTS klont deine Stimme.
  • FLOAT macht aus Bild und Ton ein sprechendes Video.
30–80 spro Antwort. Am Anfang waren es drei bis fünf Minuten.
2.600+Videos und Bilder sind in der Entwicklung entstanden.
3Workflows in ComfyUI, einer je Altersstufe
RTX 4090Alles läuft lokal auf einer Grafikkarte.
Bildschirm mit einem ComfyUI-Workflow
Einer der Workflows in ComfyUI
ComfyUI-Workflow für den Gesichtstausch
Gesichtstausch mit ReActor

Vor der Masterarbeit kannte ich ComfyUI und TouchDesigner kaum. Ich habe das Projekt deshalb in einzelne Bausteine zerlegt und einen nach dem anderen zum Laufen gebracht: erst die Stimme, dann das Bild, dann das Gesicht, dann das Video.

KI-generiertes Bild eines Mannes im Büro
Test: mein Gesicht auf einer anderen Figur
KI-generiertes Bild eines Mannes mit Hut im Wald
Test: mein Gesicht auf einer anderen Figur
KI-generiertes Bild eines alten Mannes in einer Bar
Test mit Flux: „alter Mann in einer Bar“

Name und Gestaltung

Auf dem Weg hieß das Projekt deepface:me, reflect:ai und mirror me. Am Ende wurde es digital self. Der Name sagt am klarsten, worum es geht.

Das Logo ist eine Form ohne Gesicht. Die KI hat keine Identität, bis du mit ihr sprichst. Auf Farbe habe ich verzichtet, die Schrift ist eine Futura. Im Mittelpunkt soll das Erlebnis stehen und nicht die Oberfläche.

Logoentwurf deepface:me
Erster Name
Logoentwurf reflect:ai
Zweiter Entwurf
Logoentwurf mirror me
Dritter Entwurf
Visitenkarte mit dem Schriftzug digitalself
Visitenkarte zur Installation
Aufgeschlagenes Buch mit der Dokumentation
Dokumentation der Masterarbeit

Ausstellung

In der Masterarbeit stand die Installation noch offen im Raum, mit Fotohintergrund und Softboxen. Für die Ausstellungen ist daraus eine geschlossene weiße Kabine geworden. Wer drin steht, ist für einen Moment mit sich allein.

Digital Self war im April 2026 auf der See Conference in Wiesbaden zu sehen. Vom 3. Juli bis 9. August 2026 stand die Kabine beim WDC Campus im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt, im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.

Offener Aufbau mit Softboxen und Bildschirm
Erster Aufbau in der Hochschule
Weiße Kabine mit Ausstellungsplakat
Die Kabine auf der See Conference